Logos rechtsradikaler Parteien, Organisationen und Netzwerke sind ein beliebtes Mittel um ein Gefühl der Zugehörigkeit zu erzeugen. Es existiert dabei eine schier unüberschaubare Anzahl dieser Logos. Sie reichen von Parteisymbolen über Logos großer Netzwerke bis hin zu Erkennungszeichen kleiner Gruppen, wie z. B. lokal operierender Kameradschaften. Während Parteien offizielle Logos und Mitgliedschaftsordnungen besitzen, ist die Lage in der subkulturellen radikalen Rechten weniger eindeutig.
Aufgrund der Strafgesetzbuchparagraphen zum Verbot von kriminellen und terroristischen Vereinigungen existieren häufig keine formalen Mitgliedschaften, um keine Gruppenstrukturen aufzuweisen. In der Konsequenz wird das Gruppenlogo zum zentralen identitätsstiftenden Mittel. Über dieses erkennen sich Mitglieder untereinander, sie zeigen so aber auch ihre Präsenz gegenüber anderen Rechten oder ideologischen Gegner*innen. In besonders gewalttätigen Netzwerken wird durch eine öffentliche Zurschaustellung zudem der eigenen Verankerung in der Szene Nachdruck verliehen. Es wird Entschlossenheit kommuniziert und parallel Anerkennung in der Bewegung eingefordert.
In der Regel kann aber auf Basis eines T-Shirts oder Tattoos nicht geklärt werden, ob die fragliche Person auch wirklich in der jeweiligen Gruppe organisiert ist. Ohne offizielle Gruppenstrukturen existiert auch kein Copyright oder eine formelle Regelung, wer nun ein Logo tragen darf. Es ist aber davon auszugehen, dass bestimmte Organisationen dies informell durchsetzen. Besonders deutlich zeigt sich dies im Falle des 2023 verbotenen, konspirativ organisierten, und auch in MV aktiven, Neonazi-Netzwerks „Hammerskins“. Eine Mitgliedschaft erfolgt erst nach langer Überprüfung des Anwärters. Deshalb wurde mit der „Crew 38“ eine Organisation für den Unterstützer- und Anwärterkreis geschaffen, die ebenfalls über ein eigenes Logo verfügt.
In Gruppenlogos, vor allem von Kameradschaften, finden sich häufig Verweise auf andere Symbole und ideologische Bezüge. Die Kameradschaft „Germanisches Bollwerk Mecklenburg“ benutzt beispielsweise sowohl Runen als auch die Flagge des Kaiserreichs in ihrem Logo. Populär sind zudem regionale Heimatbezüge. So missbrauchen Kameradschaften auch häufig den mecklenburgischen Auerochsen, den vorpommerschen Greifen oder die Landesflagge in ihren Insignien. Ein Logo in der radikalen Rechten ist also auch stets eine Aussage zur eigenen Sozialisierung und ideologischen Ausrichtung.
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