Runen und nordische Mythologie

Bereits seit dem vorletzten Jahrhundert versuchen Rechte, Geschichten und Symbole aus der nordischen Sagenwelt für sich zu vereinnahmen. Sie picken sich dabei die kämpferischen und martialischen Aspekte der nordischen Mythologie heraus, um sich selbst als „rassisch überlegen“ darzustellen. Die nordische Mythologie wird für sie zum religiösen Fundament, das Christentum hingegen wird als „eingeschleppte Weltanschauung aus dem Orient“ abgelehnt. In dieser Ablehnung zeigt sich neben Christenfeindlichkeit auch Antisemitismus.

Der Rückgriff auf die nordische Mythologie ist für die extreme Rechte auch eine Methode, um sich auf den NS zu beziehen, ohne verbotene Symbole zu benutzen. Ein beliebtes Stilmittel sind dabei Runen, die altnordischen Schriftzeichen der Germanen und Wikinger. Jede Rune steht für einen Buchstaben und ein Wort. Runen sind als „Kontextsymbole“ für die völkische Bewegung wichtig. So wurde bereits in der NS-Zeit die Odal-Rune für eine rassische „Blut und Boden“-Ideologie umgedeutet und verbreitet. Insbesondere, aber nicht nur, die völkische Rechte bezieht sich daher auch heute noch stark auf die nordische Mythologie, Sagen und Runen.

Überlieferungen werden so verfremdet, dass sie in das eigene Weltbild passen. Das Leben wird als ein ewiger Kampf interpretiert, in dem „Sippe“ und „Blutlinie“ wichtiger als Mitbestimmung und Menschenrechte sind. Konkret zeigt sich dies in den damit verbundenen Siedlungskonzepten der sogenannten „Völkischen Siedler*innen“ im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommerns.

Einträge

  • Adler fängt Fisch/Raben greifen Fisch an

    Adler fängt Fisch/Raben greifen Fisch an
  • Irminsul

    Irminsul
  • Keltenkreuz

    Keltenkreuz
  • Lebens- und Todesrune

    Lebens- und Todesrune
  • Odal-Rune

    Odal-Rune
  • Odin statt Jesus

    Odin statt Jesus

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