Rechtsrock

„Rechtsrock“ ist der Oberbegriff für verschiedene Musikstile aus der extrem rechten Szene. Dazu zählen Hardrock, „Rock Against Communism“ (RAC), extrem rechter Oi!, National Socialist Black Metal (NSBM) und National Socialist Hardcore (NSHC).

Der „klassische Rechtsrock“ war bis in die 1990er die Musik der Szene, mit der vor allem Jugendliche angesprochen wurde. Viele bekannte Bands haben sich in den 80ern, 90ern und frühen 2000ern gegründet, einige produzieren bis heute. Insgesamt gibt es in Deutschland hunderte rechtsextreme Musikgruppen und Musikprojekte, wobei der Großteil davon Rechtsrockbands sind. Jährlich erscheinen neue Tonträger, viele werden indiziert. Jedes Jahr werden durch Konzerte, den Verkauf von Tonträgern (CDs und LPs sind in der Szene sehr beliebt, sie können nicht von Plattformen entfernt oder gelöscht werden) und Fan-Artikel Millionenbeträge generiert. Fast unüberschaubar ist die Zahl der Online-Shops, die diese Produkte vertreiben.

Texte und Strategien

Durch Rechtsrock wird ziemlich eindeutig extrem rechtes, neonazistisches, völkisches und rassistisches Gedankengut vermittelt. Hierbei fungiert der Rechtsrock immer noch als Mittel, insbesondere Jugendliche für dieses Gedankengut zu öffnen und dauerhaft zu gewinnen. In den letzten Jahren findet die Rekrutierung von Nachwuchs zunehmend in sozialen Netzwerken wie TikTok, Instagram oder über Telegram statt.
Entscheidend sind die Texte, die sich oft mit simpler, geradliniger Reimform gegen Staatsorgane, Eliten, Linke oder Menschen mit nicht-deutschen Wurzeln richten und zum „Widerstand“ gegen diese aufrufen. Auch eine Glorifizierung der NS-Vergangenheit findet sich häufig, neben dem Aufruf, Deutschland wieder „groß und mächtig zu machen“. Daneben spielen in vielen Texten eher allgemeine Themen wie Liebe, Freundschaft oder Fußball eine Rolle.
Die musikalische Instrumentierung sowie die Videoproduktion reicht von professionellem bis zu künstlerisch eher anspruchslosem Arrangement.

Konzerte und Veranstalter

Der Neonazi-Unternehmer, Gastwirt und Politiker bei „Die Heimat“, Tommy Frenck, war Veranstalter von der Rechtsrock-Konzertreihe „Rock gegen Überfremdung“ in Thüringen in den Jahren 2016 (in Kirchheim mit ca. 500 Personen), 2017 (in Themar mit ca. 6.000 Personen) und 2018 (in Apolda mit ca. 700 Personen). Er betreibt außerdem die Versandhandel „druck18“ und „druck88“.

Die 2015 gegründete „Bruderschaft Thüringen“ (bzw. „Turonen/Garde 20“) ist ein weiterer zentraler Akteur im deutschsprachigen Rechtsrock-Business. Sie war maßgeblich involviert in die Organisation zweier Konzerte (in Unterwasser, St. Gallen/Schweiz (2016) mit ca. 5.000 extrem rechten Teilnehmenden und dem „Rock gegen Überfremdung“ in Themar, Thüringen (2017). Die Musik, die im Zusammenhang mit der extrem rechten Bruderschaft produziert wird, ist ein Bekenntnis zu „Blood & Honour“ und „Combat 18“ und zugleich erschreckender Ausdruck von extremer Gewaltbereitschaft. 

Bekannte Bands:

– Stahlgewitter (seit 1995) – Gründungsmitglied Daniel Giese (Gigi), dieser hat u.a. den Holocaust und die Deportation der Juden in Songs geleugnet. Weitere Bands, in denen Daniel Giese aktiv war: „Saccara“, „In Tyrannos“, „Kahlkopf“ sowie „Gigi & die Braunen Stadtmusikanten“

– Gigi & Die Braunen Stadtmusikanten (seit 2004) – im indizierten Album: „Adolf Hitler lebt“ wurden die NSU-Morde gutgeheißen

– Landser (1992 bis 2003) – der ehemalige Sänger Michael Regener (Pseudonym „Lunikoff“), ist Gründungsmitglied der Neonazigruppierung Vandalen – Ariogermanische Kampfgemeinschaft. Die Band wurde verboten, weil sie unter anderem zu Morden gegen politische Gegner und Menschen mit Migrationshintergrund aufrief.

– Die Lunikoff Verschwörung (seit 2003) ist das Nachfolgeprojekt der bekannten Rechtsrockband „Landser“ – die beiden Bands sind nicht losgelöst voneinander zu betrachten, einige ehemalige Landser-Lieder wurden in leicht umgedichteter Form sogar übernommen. 

– FLAK (seit 2007, Sänger und Gründungsmitglied Philipp Neumann ist eng vernetzt in der Szene, Zusammenarbeit u.a. mit der Band „Stahlgewitter“ Rappern vom Label NDS, gemeinsame Werbung mit dem Schlager-Interpreten Johnny Zahngold)

– „Skalinger“ (seit 1995)/“Die Liebenfells Kapelle“ (2005 bis 2026) – miteinander zusammenhängende Musikprojekte aus dem Raum Wolgast, MV, des Genre RAC (Rock Against Communism), ein ehemaliges Bandmitglied beider Musikprojekte ist der Neonazi Thomas B., ehemaliges Mitglied der 2023 verbotenen „Artgemeinschaft“ aus Vorpommern und aktueller Vorsitzender des „Familienhilfswerk Peeneraben e.V.“

– Kategorie C (seit 1997 – Gründer: Hannes Ostendorf) Diese Band schlägt die Brücke zwischen der extremen Rechten und dem Hooligan-Spektrum.  Der Bandname „Kategorie C“ leitet sich aus der Bezeichnung für „gewaltsuchende“ Fußballfans der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) ab.

– Sonderkommando Dirlewanger (1998 – 2015, kurz: SKD), benannt nach einer Sondereinheit der Waffen-SS, veröffentliche ein Album, das von rechtsterroristischen Bezügen regelrecht durchdrungen war: Das Cover zeigt beispielsweise eine Hakenkreuzflagge, Schriftzüge von „Blood & Honour“ und seines bewaffneten Arms „Combat 18“ waren im Hintergrund zu sehen. 

– Noie Werte (1987 bis 2010), zur Gründungsbesetzung zählte auch Oliver Hilburger, Gründer von Zentrum (ehemals: Zentrum Automobil). Leadgitarre wurde zuletzt von Andreas Graupner besetzt, dem vorgeworfen wurde, bis 2003 den NSU gedeckt zu haben und Mitglied von „CC88“, einem Zusammenschluss von Hooligans und Neonazis, war.

– Oidoxie (seit 1995) – brachten zum 30-jährigen bestehen Ende 2025 den Song „Gesichert rechtsextrem“ heraus.

– Confident of Victory (1. Album 2001) – Die Band hat Verbindungen zur Hammerskins Nation und trat beispielsweise 2005 bei deren „Hammerfest“ in den USA auf. Außerdem waren sie bei den RechtsRock-Konzerten „Rock für Deutschland“ und „Rock gegen Links“ in Thüringen 2017 vertreten. Ihre Songs sind bei YouTube öffentlich verfügbar und haben teils millionenfache Aufrufe. 

– Unbeliebte Jungs (unter diesem Namen seit 2005, Vorgänger seit den 90ern) – tritt regelmäßig in Thüringen auf, spielte z.B. im Rahmen der „TreueOrden-Abschiedsparty“ 2018 in Kirchheim und der „Tage der nationalen Bewegung“ 2019 in Themar. Mehrere Mitglieder von „Unbeliebte Jungs“ stehen anlässlich des brutalen Überfalls auf die Ballstädter Kirmesgesellschaft vor Gericht. 

Erschießungskommando – ist eine Band mit deutschen und schweizerischen Mitgliedern (einer mutmaßlich Kevin Gutmann), die in Songs zum Mord an politischen Gegner*innen aufruft, unter anderem namentlich zum Mord an Linken-Politikerin Katharina König-Preuss.

Endstufe (eine der ältesten noch aktiven Skinhead-Bands, gegründet 1981) – Runen prägen die Gestlatung des Bandlogos. Mehrere Alben und Songs wurden aufgrund von Gewaltverherrlichung indiziert. Über zwei Alben wurden Einziehungsbeschlüsse verhängt.

Eine umfangreiche Liste ehemaliger und derzeit noch aktiver Bands ist HIER zu finden.

Foto eines schwarzen Shirts mit roter Aufschrift: "100% Rechtsrock"