Die Artgemeinschaft, auch unter dem Namen Asatru bekannt, tritt als „germanische Glaubensgemeinschaft“ auf. Der vollständige Name des Vereins ist „Artgemeinschaft – Germanische Glaubens-Gemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung e.V.“ und wurde 1951 vom ehemaligen Waffen-SS-Mitglied Wilhelm Kusserow gegründet. Die Organisation ist ähnlich einer Sekte aufgebaut. In ihrem „Glaubensbekenntnis“ findet man eine religiös-völkische, anti-christliche und extreme rechte Ideologie. Zentral ist dabei die Überzeugung, dass „die Möglichkeiten einer artgemäßen Lebensführung“ erkämpft werden müssen, so stellt sich der verein selbst auch als „Kampfverband“ dar.
Die bundesweit rund 150 Mitglieder unterhalten gute Vernetzungen zu anderen rechtsradikalen Gruppierungen und der gewaltbereiten Neonazi-Szene. Gemeinsame Veranstaltungen finden im Verborgenen statt, meist anlässlich heidnisch-germanischer Feste und Bräuche. Sie dienen dabei auch dem überregionalen Austausch. Der Verein erfüllt damit eine wichtige Verbindungsfunktion zwischen den verschiedenen Strömungen der extremen Rechten.

Der Verein trat vor seinem Verbot durch verschiedene Teilorganisationen, sogenannten „Gefährtschaften“, „Gilden“ und „Freundeskreisen“ auf. Auch der Verein „Familienwerk e. V.“ ist der Artgemeinschaft als Teilorganisation anzurechnen. Es wurden diverse Informationsformate, darunter die „Nordische Zeitung“ und Kanäle auf sozialen Netzwerken betrieben.

Strafbarkeit
2023 wurde der Verein und damit alle Kennzeichen (insbesondere „Adler fängt Fisch“ und „Irminsul mit Nordstern und großem Wagen“) verboten.

