Völkische Siedlerprojekte lassen sich als extrem rechte Graswurzel-Arbeit verstehen. Es geht um den Aufbau von Räumen, in denen extrem rechte und völkische Ideologie entsprechende Lebensformen ungestört praktiziert werden können. So finden auf den Ländereien völkischer Siedler*innen unter anderem Zeltlager statt, in denen Kinder und Jugendliche nationalsozialistisch sozialisiert werden sollen. In der Symbolik finden sich häufig Motive, die Naturnähe ausdrücken, Abbildungen traditioneller Familien und Lebensweisen sowie Irminsul.
Die Projekte fußen auf unterschiedlichen Idealvorstellungen – sie folgen beispielsweise der völkisch-esoterischen „Anastasia-Bewegung“ oder der völkisch-germanischen Glaubensgemeinschaft „Artgemeinschaft“ – und sind sich dennoch in ihren Grundstrukturen ähnlich. Siedlungsprojekte sind in erster Linie Orte der Vernetzung, an denen Völkische zusammenkommen. Sie dienen als idealtypisches Vorbild und es wird so auch eine Infrastruktur für die Nachwuchsakquise geschaffen. So werden Kinder untereinander in Partnerschaften vermittelt und man verhilft sich gegenseitig zu weiteren Grundstücken.
In Mecklenburg-Vorpommern befinden sich aktuell um die 20 Siedlungsprojekte.

