Zentrum

Zentrum ist der Versuch der Neuen Rechten, mittels einer Gewerkschaft Lohnabhängige zu erreichen. Diese Position innerhalb des neurechten Netzwerks wurde auf einer Compact-Konferenz 2017 manifestiert. Zwar hatte die AfD vorübergehend einen Unvereinbarheitsbeschluss gegenüber Zentrum. An dessen Stelle sind aber mittlerweile Doppelmitgliedschaften sowie eine Unterstützung der AfD im Wahlkampf geworden.

Zentrum tritt in den meisten Betrieben nicht offen auf, sodass unklar ist, wie viele Mitglieder sie haben und wo sie Betriebsratsmandate haben. Offiziell sollen es ca. 20 Betriebsratsmandate in ganz Deutschland sein. Demgegenüber steht eine intern nicht genauer genannte „dreistellige Zahl“. Dort, wo Zentrum offiziell aktiv ist, zeichnen sie sich vor allem durch eine Störung der Betriebsratsarbeit aus. Dies hat vor allem das Ziel, die jeweilige Mitgliedsgewerkschaft des Deutschen Gewerkschaftsbunds zu diskreditieren. Sie selbst sehen als „alternative“ Gewerkschaft in faschistischer Tradition keinen Interessengegensatz von Lohnarbeit und Kapital, sondern zwischen deutscher und ausländischer Wirtschaft.

Aufgrund der eigenen Wurzeln ist Zentrum bislang vor allem in der Automobilindustrie in Erscheinung getreten, früher noch unter dem Namen „Zentrum Automobil“. Sie versuchen aber auch im Gesundheitsweisen und der Chemieindustrie Fuß zu fassen. Mit der Gründung eines Büros in Hannover und der dortigen Zuständigkeit eines ehemaligen ver.di-Mitglieds unterstreichen sie ihren Anspruch, im öffentlichen Dienst zu organisieren. Über die tatsächliche Verankerung kann bislang keine genaue Auskunft gegeben werden. Auch für Mecklenburg-Vorpommern sind aktuell keine Aktivitäten bekannt.