Mitte der 2000er Jahre wurde erkannt, dass extrem rechter und nationalistischer Rap für die Szene großes Potenzial innehat. Seitdem zielt dieses Genre vor allem darauf ab, ein junges rechtes Publikum zu erreichen und Jugend- und Subkulturen (u.a. die Hooligan-Fanszene) zu infiltrieren. Dabei grenzt sich das Genre ganz klar von jenem Hip-Hop ab, der seine Wurzeln in afroamerikanischen und migrantischen Communities hat. Der Name NS-Rap stellt demgegenüber einen klaren einen Bezug zum Nationalsozialismus (NS) her.
Inhalte
Da in diesem Genre der Text eine große Rolle spielt, lassen sich viele Ideologie-Elemente explizit in den Strophen unterbringen. In Reimen werden Gewaltfantasien ausgebreitet, NS-Verbrecher oder Anschläge verherrlicht. NS-Rap ist also nicht nur auf die Szene bezogen, sondern beschreibt auch die Inhalte wortwörtlich. Es werden antisemitische, rassistische und nationalistische Narrative verbreitet, Frauen niedergemacht und von Überfremdung, Abschiebungen (Remigration), der „Auferstehung Germanias“ oder der „weißen Rasse“ gesungen.
Verbreitung
Die Verbreitung von Songs und Alben findet in diesem Genre häufig über öffentliche Streaming-Plattformen wie AppleMusic, YouTube und Spotify statt, ebenso über altbewährte Kanäle wie extrem rechte Online-Shops (PC Records oder NDS-Records) und Versandhandel. Ein junges Publikum erreichte vor allem das Label NDS durch Auftritte in den sozialen Medien und durch das Aufgreifen von Internet-Trends. Beispielsweise parodierten Proto und Kavalier 2024 in dem Song „Abschiebehauptmeister“ den „Anzeigenhauptmeister“ und erreichten damit über 1 Mio. Aufrufe. Seit Mai 2025 ist das Profil von NDS Records bei YouTube aufgrund von Verstößen gegen die Nutzungsbedingungen nicht mehr verfügbar, ebenso wenig bei Spotify, AppleMusic und AmazonMusic.
Nennenswerte Interpreten
Neuer Deutscher Standard (kurz: „NDS“) – Seit 2019 ist die Rap-Crew NDS mit gleichnamigem Label in der Szene bedeutsam geworden. Ursprünglich galt die Crew als Projekt der Identitären Bewegung. Gründungsmitglieder waren Christoph Zloch (alias Chris Ares) und Kai Alexander Naggert (alias Proto/Prototyp). Letzter war bis 2019 Führungskader der IB in NRW, zog dann nach Sachsen, in den Landkreis Bautzen, wo das Label seinen Sitz hat. Seit Ende 2020 ist Naggert Kopf des Labels.
Ab 2023 produziert auch Julian Fritsch (alias MaKss Damage/MKD) unter diesem Label. Dieser hat sich bereits 2011 zu neonazistischem Rap bekannt. Er ist zudem Mitglied bei Der III. Weg. Dabei ist der Rapper aktiv in der AG Körper & Geist, die Kampfsport und Kampfgeist propagieren.

Seit 2023 hat sich das Label zunehmend radikalisiert. Darauf deutet bereits das gemeinsame Album von MKD und Proto „Weiß, männlich, kampfbereit“ hin. In Texten geht es um „den Kampf um Deutschland/Europa“ und die Texte strotzen vor völkischer Blut-und-Ehre-Rhetorik und einer Ideologie weißer Überlegenheit. Auch die 2025 erschienene EP „Kämpfernatur“, mit entsprechendem Merchandise im Onlineshop erhältlich, auf dem eine blutüberströmte, geballte Faust abgebildet ist, vervollständigt den Eindruck einer zunehmenden Radikalisierung.
Weitere Musiker*innen die unter diesem Label produzieren und veröffentlichen „Alva“, „Kavalier“, „Runa“ und „Skeptika“.
E.mar ist ein weiterer Rapper, der im Jahr 2025 an Bekanntheit in der Szene und darüber hinaus gewonnen hat. Die Musik ist ebenfalls auf Streamingdiensten kostenfrei verfügbar.

