Hardcore (HC) entstand in den 1980er Jahren als Subgenre des Punkrock, das schneller, härter und oft aggressiver war. Zu Beginn war die Szene, dessen Ursprung in den USA liegt, geprägt von progressiven Bands. Doch mit der Zeit verlor sich ein Teil der Szene in Gewaltphantasien und einem verzerrten Männlichkeitsbild und Überlegenheitsgefühl (White-Supremacy). In Deutschland schuf die extreme Rechte den Musikstil „National Socialist Hardcore“ (NSHC), die jedoch auch Elemente der nicht-rechten Hardcore-Szene aufgreift. Dazu gehören etwa Tattoos, Kleidung und der Straigth-Edge-Lebensstil – ein drogen- und rauschfreier Lebensstil.
Inhalte
Die Texte sind oft unverständlich, da sie eher geschrien werden, oder in englischer Sprache sind. Die Musikvideos sind teilweise professionell, dadurch erklärt sich eine Verbreitung der Musik in den „Mainstream“.
Die extrem rechte Ideologie wird oft erst in Interviews eindeutig, wenn sich die Bandmitglieder mit radikalen politischen Botschaften und Kampfansagen äußern. Nationalsozialistische Überzeugungen ziehen sich wie ein roter Faden durch, daher auch der Name „National Socialist“-Hardcore.
Der Straight-Edge Lebensstil („X“), den sowohl Musiker*innen als auch Fans vertreten, stützt die neonazistische Interpretation des Körperkults zum Erhalt des „gesunden Volkskörpers“. Damit wird auch die enge Verbindung zwischen NSHC und Kampfsportszene erklärbar.
Musik dieses Genres ist wichtig für…
Verknüpfungen zur Neonazi-Kampfsportszene um den „Kampf der Nibelungen“ (KDN). Überschneidungen ergeben sich seit einigen Jahren außerdem zu den Autonomen Nationalisten sowie dem Modellabel „Greifvogel Wear“ und dem Musiklabel OPOS Records (One People One Struggle).
Nennenswerte Bands
Path of Resistance aus Rostock. Diese Band gründete sich 2002 und zählt zu den Wegbereitern des NSHC. Sie spielte in den 2010er Jahren verhältnismäßig oft live (40 Konzerte). Dadurch zählte sie zeitweise zu den aktivsten rechtsextremen Bands aus Mecklenburg-Vorpommern. Michael Lorenz gilt als einer der Gründer von „Path of Resistance“ und 3 weiteren Bands („Might of Rage“, „Moshpit“ und „Brainwash“), die alle zu den bekanntesten Bands der deutschen NSHC-Szene zählen. Bei den letzten beiden wirkt er bis heute mit.
Moshpit (2001 in Thüringen gegründet) veröffentlichte Songs auf mehreren Schulhof-CDs der NPD und hatte eine Split-CD mit „Path of Resistance“ (s.o.).
Die BandTerrorsphära besetzte im Zuge der Etablierung von Kampf- und Kraftsport in der Neonazi-Szene früh die Nische als „Begleitmusik der Szene“, in der der Einsatz von körperlicher Gewalt ebenso trainiert wird, wie der Einsatz von Waffen. Der Song „Kampfansage“ der Band liefere z.B. den „Soundtrack zum Kampf“.Der Mitbegründer dieser Band, Manuel Eder (weitere Bands: „Feuernacht“ und „Thrive on a Cross“) trat selbst 2016 beim KDN auf. Zudem ist Eder im Promo-Team Sebastian Raacks rechter Kampfsportmarke Greifvogel Wear tätig gewesen. Eder wurde 2024 zu 9 Jahren Haft verurteilt, u.a. wegen Körperverletzung und NS-Wiederbetätigung.
Weitere Bands: Ahnenblut, Blutzeugen, Burning Hate, True Aggression

